Burnout: Symptome, Ursachen, Auswege

Burnout: Symptome, Ursachen, Auswege

Möchtest Du wissen, was sich eigentlich genau hinter dem Begriff Burnout verbirgt, was die Ursachen dafür sind und wie man einen Ausweg aus dem Burnout-Hamsterrad findet? Ich werde in den nächsten Wochen hierzu mehrere Artikel veröffentlichen.

Was ist Burnout? Was gibt es für Anzeichen?

Burnout entwickelt sich schleichend; oft merkt man selbst gar nicht, was da mit einem passiert.

Es ist nicht wie bei einer Erkältung – man wacht nicht eines Morgens auf und hat plötzlich einen Burnout. Burnout entsteht über einen längeren Zeitraum mit verschiedenen Stadien. Diese sind bei jedem unterschiedlich ausgeprägt; jeder Burnout verläuft ein bisschen anders. Ein erstes Warnsignal ist, wenn jemand abends über Wochen und Monate nicht mehr abschalten und sich entspannen kann. Daraus kann sich ein Teufelskreis entwickeln, weil ohne Erholung alles anstrengender wird und noch mehr Kraft kostet.

Bei allen individuellen Unterschieden in Ursache und Verlauf kann man auf jeden Fall ganz klar sagen: Bei Burnout verändert sich das Verhalten des betroffenen Menschen im Laufe der Zeit stark. Selbst wenn dies der betroffenen Person nicht auffällt, bemerken Familie, Freundeskreis und Arbeitsumfeld die Veränderung vermutlich, wissen aber nicht, was das bedeuten kann. Diese Veränderung kann sich über Monate, aber auch über Jahre erstrecken.

Was können Warnsignale für Burnout sein?

Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen zeigen sich Burnout-Symptome nicht nur körperlich, sondern auf allen Ebenen. Deshalb können die Anzeichen sehr vielfältig sein.

WICHTIG: Es geht hier natürlich nicht um ein einmaliges Auftreten der genannten Symptome; man sollte aber nachdenklich werden, wenn diese ständig oder in Kombination miteinander auftreten und der Arzt keine körperlichen Ursachen finden kann.

Die folgende Burnout-Symptomtabelle ist nicht abschließend, sondern zählt Beispiele auf.

KörperlichGeistig/EmotionalIm Umgang mit anderen
SchlafstörungenKonzentrationsschwächeVermeidung von anderen Menschen
HörsturzBlackoutsAggression
SchwindelVergesslichkeitZynismus
dauernde ErkältungenKreativitätsverlustGleichgültigkeit
Gefühl der ZerschlagenheitUnfähigkeit alltägliche Probleme zu lösenVerlust der Teamfähigkeit
ständige MüdigkeitDepressionMisstrauen
SchmerzenHoffnungslosigkeitAngstzustände
Herzrasen, HerzstolpernVerzweiflungsozialer Rückzug
SehstörungenEinsamkeitPanikattacken
Verspannungen
körperliche Schwäche
Tinnitus
Verdauungsprobleme

Insgesamt sind derzeit über 130 (!) Burnout-Symptome bekannt. Im finalen Stadium kommt es zu einer ausgeprägten körperlichen, geistigen und emotionalen Erschöpfung. Jemand mit schwerem Burnout kann in eine tiefe Depression mit Suizidgedanken fallen, an massiven Schlafstörungen leiden, es kann zu einem körperlichen Zusammenbruch oder zu lang andauernden Angstzuständen und Panikattacken kommen. In diesem Zustand ist es ganz besonders wichtig, sich professionelle ärztliche und psychologische Hilfe zu holen! Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.

Stress-Symptome
Burnout hat viele Gesichter…. Bild: Gerd Altmann/pixelio.de

Bei meinem eigenen Burnout habe ich sehr lange nicht bemerkt, was mit mir los war. Letztlich habe ich die Warnsignale über ca. zwei Jahre nicht wahrgenommen bzw. nicht verstanden. In meiner schlimmsten Zeit hatte ich sehr viele der oben beschriebenen Symptome.

Ich war dann 4 Monate krank geschrieben. Allerdings nicht wegen Burnout, denn:

Burnout ist bis heute weder eine offizielle Diagnose noch Krankheit im Sinn des Krankenkassenrechts. Es gibt zudem kein einheitliches Diagnose-Modell, so dass der Arzt nicht eindeutig sagen kann: Sie haben einen gesicherten Burnout. Meine eigene Krankschreibung erfolgte auf Grund der körperlichen und psychischen Symptome. Ich wurde damals für einen langen Zeitraum sowohl von meinem Hausarzt als auch von einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie unterstützend bei meiner Genesung begleitet. Zusätzlich war ich einige Wochen in einer psychosomatischen Akut-Klinik zur Therapie.

Erster Schritt: Sprich mit einem Arzt

Es ist sehr wichtig, zu einem Arzt zu gehen, wenn Du auf Grund Deines Zustands vermutest, dass Du von einem Burnout betroffen sein könntest. Es könnte durchaus auch andere Gründe dafür geben, wie einen Nährstoffmangel (Eisenmangel kann z.B. zu Müdigkeit und Verspannungen führen, ebenso Vitamin D-Mangel; ein Mangel an B-Vitaminen kann sich auf das Nervensystem auswirken). Zöliakie wiederum kann einen Nährstoffmangel herbeiführen; Nebenwirkungen von Medikamenten können sich anfühlen wie einige Burnout-Symptome.

Zweiter Schritt: Lösungen finden für ein besseres Leben

Wenn solche Ursachen ausgeschlossen sind, dann kann man beginnen Auswege und Lösungen zu finden. Ein Burnout hat bestimmte Ursachen; daran kann man arbeiten. Dann wird vieles leichter und Du kannst (wieder) unbeschwerter leben. Ich sage das aus eigener Erfahrung. Wie das geht, das erfährst Du demnächst auf diesem Blog.

Bitte glaube mir: Eine Krise kann, auch wenn es sich nicht so anfühlt, eine Chance bieten; am Ende der Kraft könnte der Beginn eines neuen Weges für Dich liegen.

Burnout-Ausweg

In meinem nächsten Artikel erfährst Du mehr darüber, wie ein Burnout entsteht und was die Auslöser sein können. Im dritten Teil dieser Serie werde ich darüber schreiben, was man präventiv alles tun kann, damit einem das nicht passiert. Ich werde Auswege aus dem Burnout-Hamsterrad schildern und auch, was man machen kann, wenn man glaubt, dass jemand im eigenen Umfeld von Burnout betroffen sein könnte.

2 Gedanken zu „Burnout: Symptome, Ursachen, Auswege

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