Entspannung durch Slow-Motion

Entspannung durch Slow-Motion

Rasch wirkende Übung, alltagstauglich, (fast) immer und überall durchführbar.

Eine Entspannungsübung, die ich gern zwischendrin in meinen Alltag einbaue, ist angelehnt an die Geh-Meditation buddhistischer Mönche. Sie funktioniert ganz einfach. Man benötigt keinerlei Hilfsmittel und muss sich dafür auch nicht hinlegen oder -setzen:

BEWEGE DICH IN ZEITLUPE.

Und das solange, bis Du ruhiger wirst. Meist geht das schneller als erwartet.

Ich gebe Dir mal ein Beispiel, wann mir die Übung zuletzt richtig gut getan hat: Vor der Abreise in den Urlaub. Da bin ich nämlich meistens total im Stress. Ich gehöre zu den Menschen, die unbedingt vor dem Urlaub daheim aufräumen und putzen wollen, um bei der Rückkehr ein aufgeräumtes Zuhause vorzufinden. Leider unterschätze ich den Aufwand dafür und fürs Packen öfter mal. Mir fallen dann noch tausend Dinge ein, die getan werden müssen. Ich laufe durchs Haus wie ein aufgezogenes Spielzeug-Äffchen und die To-Do-Listen in meinem Kopf werden immer länger. Mein Tinnitus wird lauter. Mein Nacken verspannt.

Höchste Zeit für eine Runde Slow-Motion: Ich gehe dann für einige Minuten extrem langsam die Treppen erst hinauf, dann wieder hinunter. Schritt für Schritt, in Zeitlupe. Rolle den Fuß Zentimeter für Zentimeter ab. Konzentriere mich auf das Gefühl in den Fußsohlen, darauf, wie meine Beinmuskulatur arbeitet. Spüre ganz genau hin, welche Muskeln beim Anheben und Absetzen der Füße gerade aktiv sind. Auch die Arme und Hände bewege ich in Zeitlupe.

Guter Ort für eine Runde „Gehen in Zeitlupe“.

Die ersten Stufen will mein Körper die Langsamkeit verweigern, will ganz schnell gehen, mein Kopf sagt, „dafür hast Du jetzt keine Zeit, beeil Dich“. Aber dann beruhigt sich alles. Der Atem wird tiefer, der Nacken entspannt sich, die Gedanken setzen sich ab wie aufgewühlter Schlamm in einem See, der langsam wieder zu Boden sinkt.

Schritt für Schritt. Ich bin wieder im Hier und Jetzt. Ich kann unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Ich kann meine Grenzen einhalten und gut für mich sorgen.

Vielleicht magst Du die Übung ausprobieren, wenn Du Dich das nächste Mal akut gestresst fühlst. Ich würde mich freuen, wenn sie Dir hilft.

Welche Entspannungsübung baust Du bei Bedarf in Deinen Alltag ein?

2 Gedanken zu „Entspannung durch Slow-Motion

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